Die „Corona-Krise“ macht es still in unseren Kirchen

Auszug aus einer Mail des Domkapitulars Dr. Gerhard Best: "Gemeinsame Gottesdienste dürfen für längere Zeit nicht mehr gefeiert werden. Gerade in einer solchen Situation brauchen unsere Gemeinden und auch wir selbst Zeichen der Verbundenheit. Unsere Glocken können dabei helfen."

"Deshalb haben die fünf NRW-(Erz-)Diözesen im Einvernehmen mit den Evangelischen Landeskirchen beschlossen, bis zum Gründonnerstag (einschließlich) täglich am Abend um 19.30 Uhr fünf Minuten lang die beiden größten Glocken der Geläute vor Ort erklingen zu lassen. Sie sollen die Menschen mit ihrem feierlich-ernsten Charakter in dieser Krisenzeit zum persönlichen Gebet, zum Innehalten und Nachdenken auffordern. Zugleich können sie die Einzelnen durch das zeitgleiche Beten an verschiedenen Orten zu einer großen Gemeinschaft zusammenschließen.

Um den Ostermorgen, an dem ja in diesem Jahr für uns alle sehr beklemmend die Osterliturgie nicht gefeiert werden kann, trotzdem ganz besonders zu betonen, soll an ihm um 9.30 Uhr überall für 15 Minuten das Vollgeläute erklingen. ... ich (füge) ein sehr schönes Gebet der Evangelischen Kirche von Westfalen zur Corona-Pandemie bei, das auch zum Gebetsläuten gut passt und Ihr eventuell auf Euren Homepages veröffentlichen könnt."

Guter und barmherziger Gott!

In Zeiten von Verunsicherung und Krankheit kommen wir gemeinsam zu Dir und werfen alle unsere Sorgen auf Dich.
Du schenkst uns neue Zuversicht, wenn uns Misstrauen und Un-sicherheit überwältigen.
Du bleibst uns nahe, auch wenn wir Abstand voneinander halten müssen.
Wir sind bei dir geborgen, selbst wenn wir den Halt zu verlieren drohen.

Wir bitten dich:
für alle Menschen, die sich mit dem Corona-Virus angesteckt haben und erkrankt sind;
für alle Angehörigen, die in tiefer Sorge sind;
für alle Verstorbenen und für die, die um sie trauern;
für alle, die Angst um ihren Arbeitsplatz haben und um ihre Existenz fürchten.
Sei ihnen allen nahe, gib ihnen neue Hoffnung und Zuversicht,
den Verstorbenen aber schenke das Leben in deiner Fülle.

Wir bitten dich:
für alle Ärztinnen und Ärzte, für alle Pflegenden in den Kliniken, Hei-men und Hospizen;
für alle, die Verantwortung tragen in Staat, Gesellschaft und Wirt-schaft;
für alle, die uns Tag für Tag mit dem Lebensnotwendigen versorgen;
für alle Seelsorgerinnen und Seelsorger, die den Menschen Gottes Frohe Botschaft zusagen.
Sei auch ihnen nahe und schenke ihnen Kraft, Mut und Zuversicht.

Wir bitten dich:
für die jungen Menschen unter uns, die Kinder und Jugendlichen,
für alle, die um ihre Zukunft fürchten,
für die Familien, die die erzwungene Nähe nicht gewohnt sind,
für alle, die die Betreuung von Kindern und Jugendlichen  übernom-men haben.
Sei ihnen allen nahe, schenke ihnen Geduld und Weitsicht, Verständ-nis und Hoffnung.

Wir bitten dich:
für die Menschen weltweit, deren Gesundheit an jedem Tag gefährdet ist,
für alle, die keine medizinische Versorgung in Anspruch nehmen können,
für die Menschen in den Ländern, die noch stärker von der Krankheit betroffen sind.
Sei ihnen allen nahe und schenke ihnen Heilung, Trost und Zuver-sicht.

Auch bitten wir dich für uns selbst:
Lass uns trotz aller Sorgen den Blick für die anderen nicht verlieren und ihnen beistehen.
Mache uns bereit, Einschränkungen in Kauf zu nehmen und lass uns dazu beitragen, dass andere Menschen nicht gefährdet werden.
Erhalte in uns die Hoffnung auf dich, unseren Gott, der uns tröstet wie eine liebende Mutter und der sich aller annimmt.

Dir vertrauen wir uns an.
Dich loben und preisen wir, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit.


Wir beten mit der ganzen Christenheit auf Erden:


Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute,
und vergib uns unsre Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

(Copyright: MÖWe – Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung der Evangelischen Kirche von Westfalen)

 

 

Ottfinger Glocke aus der Alten Kapelle mit der eingegossenen Jahreszahl 1489.