Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen: Ottfinger Vertreter beziehen klar Stellung zur Schließung der Filiale im Ort

Auf der am Montag, 11. Juni 2018 stattgefundenen Vertreterversammlung der Volksbank Olpe-Wenden-Drolshagen bezogen die gewählten Vertreter der Ortschaft Ottfingen klar Position.

Unter dem Punkt Verschiedenes ergriff Olaf Arns in Abstimmung mit den Ottfingen Vertretern Willi Bröcher, Jürgen Dornseifer, Robert Dornseifer, Jürgen Fischer, Stephan Klör und Thorsten Ochel das Wort:
„Sehr geehrte Damen, sehr geehrte Herren,

Ich ergreife heute die Gelegenheit, bei diesem wichtigsten Gremium einer Genossenschaftsbank zu Ihnen zu sprechen. Wie Sie sich denken können, ist der Anlass dazu die Schließung der Filialen in Rothemühle und Ottfingen. Und als einer der Vertreter der Ortschaft Ottfingen wurde ich gebeten, für die Mitglieder unseres Ortes hier und heute zu sprechen.

Was macht eigentlich eine Genossenschaftsbank aus?

Herr Stottmeyer hat diesbezüglich einiges in seiner Präsentation aufgelistet: Vertrauen, Kundennutzen, Beratung. Es geht aber vor allem um eine Bank von uns und für uns. Es geht dabei (wie vom Vorstand erwähnt) auch um die Schaffung von Mitgliedernutzen. In der Vergangenheit zeigte sich dies alleine durch die Präsenz unserer Volksbank in allen zum Teil sogar kleineren Orten des Zuständigkeitsgebietes. Insbesondere die Volksbank Wenden -Drolshagen war unangefochtener Platzhirsch. In Ottfingen mit einer fast immer noch 90-prozentigen Durchdringung. Wir, und damit meine ich unsere Generation, aber auch schon die Generation unserer Eltern hat die Mitgliedschaft sozusagen in der Muttermilch mitbekommen.

Ich persönlich glaube, dass der massive Rückzug aus der Fläche, so wie wir es in der Vergangenheit in Schreibershof, Hillmicke, Schönau, Hützemert und Altenhof schon erlebt haben, das falsche Signal für die Zukunft ist. Im nächsten Schritt folgen jetzt Rothemühle und Ottfingen. Wie in der Präsentation beim Vertreter Stammtisch gezeigt, ist aber auch der Standort Hünsborn defizitär. Also auch nur noch eine Frage der Zeit, wann dieser Standort geschlossen wird? Und welcher Standort folgt anschließend?

Das Schließen der Standorte ist dabei eine Sache. Der Rückbau der Geldautomaten aber noch eine ganz andere. Wie sagte Max Otte in seinem von unserer Volksbank organisierten Vortrag zum Thema Bargeld vor einigen Jahren: „Bargeld bedeutet Freiheit“. Die umständliche Beschaffung von Bargeld durch erzwungene Fahrten in Nachbarorte nimmt uns zwar nicht gefangen, schränkt uns und vor allem die ältere Generation, die nie eine andere Bank gekannt haben als unsere Volksbank, aber deutlich ein.

Vertrauen entsteht nicht, wenn man sich allein gelassen fühlt.

Es wird eine Abwärtsspirale entstehen, da es immer schwieriger wird, neue Kunden und Mitglieder zu gewinnen. Dies erhöht den Druck auf das Thema Effizienz. Neue Fusionen werden zwingend, man konzentriert sich dann wieder auf die neuen Hauptstandorte und so weiter.
Bei all den Gesprächen, die ich in den letzten Tagen geführt habe, ist die Schließung der Filiale hier insbesondere Ottfingen unstrittig. Es muss, und ich denke es wird Alternativen geben, auch die Kunden umfassend zu beraten, die mobil eingeschränkt sind.

Ein Geldautomat muss jedoch zwingend bestehen bleiben.

Auch um weitere Dienstleister in den Ortschaften nicht zu gefährden. Das tägliche Geschäft ist die Basis für weitere Beratungsgespräche. Ist das Girokonto erst einmal weg, ist der Kunde Weg!

Wir werden als Volksbank niemals in der Lage sein, die Preise und Konditionen der großen Banken, insbesondere der Direktbanken, mitzugehen. Doch worin unterscheiden wir uns wirklich zu diesen Banken? Für welche Differenzierung sind wir als Mitglieder, aber auch zukünftige Kunden bereit, den höheren Betrag zu zahlen? Ich persönlich glaube, dass allein das Thema Beratung zu kurz greift. Jedes Kundenbindungsprogramm wird durch den Rückzug aus der Fläche konterkariert.

Ich möchte nicht die grundsätzlich sehr gute Arbeit der Angestellten unserer Bank und des Vorstandes infrage stellen aber ich möchte darauf hinweisen, dass wir Veränderungen in Form von spürbaren Mitgliedern nutzen benötigen.

Und sie, liebe Vertreterinnen und Vertreter, möchte ich an dieser Stelle auffordern, das Thema Genossenschaft durch ihr Handeln erlebbar zu machen und zu kommunizieren. Und vielleicht gibt es ja auch den ein oder anderen in diesem Kreis, der den hauptamtlichen Vertreterinnen und Vertretern der Volksbank eine Plattform geben kann, das Thema Genossenschaft oder speziell Genossenschaftsbank im jeweiligen Ort vorzustellen. Wenn wir mit unserer Bank zumindest eine gewisse Unabhängigkeit bewahren wollen, müssen wir gemeinsam mit den Angestellten, dem Aufsichtsrat und dem Vorstand an der Zukunft unserer Bank, an unserer Zukunft arbeiten.

Vielen Dank!"