ZWO Projektgruppe startet Umfrage zum Dorfladen in Ottfingen

Rückhalt der Bürgerinnen und Bürger entscheidet über weiteres Vorgehen

 

Ottfingen. Neben der Verteilung des im Mai erstmals gedruckten 36seitigen Leitbildes der Ortschaft Ottfingen stehen insbesondere die Themen Dorfladen und Versorgungsgenossenschaft beim Besuch aller Ottfinger Haushalte im Fokus. Neben Informationen zu den letztgenannten Themen werden die über 20 Helferinnen und Helfer der Zukunfts-Werkstatt-Ottfingen e.V. neben ersten Informationen auch einen Fragebogen zum aktuellen Einkaufsverhalten sowie zu einer möglichen Gründung einer Versorgungsgenossenschaft abgeben.

Hintergrund zu dieser umfangreichen Aktion ist die Schließung des letzten Lebensmittelladen in Ottfingen zum Jahresende. Der in der dritten Generation von der Familie Arns geführte Laden hat zum einen keinen Nachfolger. Zum anderen zieht es die Kunden in die großen Geschäfte, so dass die Wirtschaftlichkeit eines rein auf den Verkauf von Lebensmittel fokussierten Ladens im ländlichen Raum nicht mehr gegeben ist. „Damit verlieren wir nicht nur die Möglichkeit schnell und für alle fußläufig erreichbar das nötigste einkaufen zu können, sondern auch ein wichtiges Stück unserer dörflichen Infrastruktur“, so Ortsvorsteher und ZWO Vorstandsmitglied Hubert Halbe.
Zur Prüfung zukünftiger Möglichkeiten hat die ZWO im Frühsommer diesen Jahres eigens die Projektgruppe „Dorfladen“ ins Leben gerufen und von der Jahreshauptversammlung legitimieren lassen. Diese Arbeitsgruppe entwickelt derzeit u.a. Nahversorgungskonzepte für die Ortschaft Ottfingen, kalkuliert mögliche Erlöse und Aufwendungen und erstellt die daraus resultierende Planung der Mittelherkunft und -verwendung. „Das wichtigste bei all den Betrachtungen ist aber, in wie weit die Ottfinger Bürgerinnen und Bürger zu einem solchen Nahversorgungskonzept stehen“, erläutert Jochen Bruch, Projektgruppenmitglied und für die Planung zukünftiger Raumkonzepte zuständig. „Dabei ist uns klar, dass wir mehr bieten müssen, als die reine Versorgung mit Lebensmitteln.“ So werden in der Projektgruppe auch Themen wie Öffnungszeiten, Servicedienstleistungen wie Paketdienst, Bargeldausgabe (Anmerkung: die Volksbank plant den Abbau des Geldautomaten Ende 2020) sowie das Angebot zum Mittagstisch im Rahmen eines kleinen Bistros und vieles mehr diskutiert. „Wir bekommen jetzt schon sehr viele Vorschläge, wenn wir über dieses Projekt sprechen. Zudem werden wir auch dies in unserer Umfrage bei den Ottfinger Bürgerinnen und Bürger weiter zu ermitteln versuchen“, hofft Vorstandsmitglied Stefan Klör auf eine rege Beteiligung. „Wir benötigen jede Rückmeldung, auch und vor allem, wenn unsere Idee nicht unterstützt wird, um so ein möglichst vollständiges Bild über die Chancen und Risiken dieses Projektes zu bekommen.“
Sollte es zu einem Dorfladen kommen, so wird die Realisierung in Form einer Genossenschaft angestrebt. Somit kann sich jeder und jede Interessierte durch den Kauf von Genossenschaftsanteilen an der Unternehmung beteiligen und den möglichen Kurs mitbestimmen. „Läuft unser Projekt gut, haben wir durchaus die Möglichkeit auch Gewinne an die Mitglieder der Genossenschaft auszuschütten oder unseren Mitgliedern Rabatte beim Kauf einzuräumen. Wie bei jeder unternehmerischen Investition gibt es aber auch Risiken. Diese sind jedoch auf den Wert der gekauften Genossenschaftsanteile begrenzt“, erklärt Stefan Clemens, Stratege und Projektgruppenmitglied der ZWO.
Die Projektgruppe bittet alle Ottfinger, den Fragebogen spätestens Ende September bei den Mitgliedern der Projektgruppe oder bei einem der Helfer(innen) abzugeben. Derzeit ist die Präsentation der Ergebnisse sowie die Vorstellung möglicher Konzepte für Ende Oktober geplant. „Wir werden voraussichtlich nach den Herbstferien in der Lage sein, den Ottfinger Bürgerinnen und Bürgern Details zu dem geplanten Vorhaben zu präsentieren. Dann werden wir die Befragung ausgewertet haben und auch schon allein aufgrund der Anzahl der Rückmeldungen ein besseres Gefühl für den Rückhalt in der Bevölkerung bekommen haben. Das ganze Projekt steht und fällt mit der Identifikation der Ottfinger Bürgerinnen und Bürger mit diesem Projekt“, zeigt sich der Vorsitzende der ZWO, Olaf Arns, optimistisch.
Für Rückfragen zum Thema Genossenschaft und Dorfladen wurde die Mailadresse lebensmittelpunkt@zwo.ottfingen.info eingerichtet. Weitere Informationen inklusive des Fragebogens werden in Kürze auf der Webseite www.ottfingen.info zur Verfügung stehen.