KAB St. Hubertus Ottfingen beschließt Vereinsauflösung

Ottfingen. In der außerordentlichen Mitgliederversammlung des KAB Ortsvereins St. Hubertus Ottfingen wurde einstimmig die Auflösung des Ortsvereins beschlossen. Der derzeitige geschäftsführende Vorstand übernimmt die Liquidation des Vereins, auch dafür votierten die Mitglieder einstimmig.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, so Olaf Arns, seit 2011 Vorsitzender des Vereins. „Als ich 2011 den Vorsitz vom langjährigen Vorsitzenden Alfred Fischer übernommen habe, ging es von Anfang an darum, durch interessante Inhalt und Angebote und entsprechende Kommunikation neue und jüngere Mitglieder für die KAB zu finden.“ Die vielfältigen Angebote des Ortsvereins wurden durch ein breites Publikum wahrgenommen. Im Durchschnitt wurden in den Jahren 2011 bis 2014 über 60 Personen je Veranstaltung gezählt. Zudem ist es gelungen, den Vorstand mit jungen und jüngeren Mitgliedern zu besetzen. Zuletzt betrug das Durchschnittsalter gerade einmal 44 Jahre. Für einen KAB Vorstand sicher einzigartig. Aber neue Mitglieder konnte nur eine Handvoll gewonnen werden. Gleichzeitig stieg das Durchschnittsalter der Mitglieder jedes Jahr von 64 Jahren in 2011 auf 69 Jahre in diesem Jahr. „So ist das Ende absehbar, also haben wir uns 2015 an den Bundesvorstand gewendet und sind auch in einen sehr guten Austausch gekommen“ berichtet Dieter Schröder, Schriftführer der KAB Ottfingen. Es gab auch einige gute Ansätze und am Ende beschloss der KAB Bundesvorstand, einen Strategieprozess zu starten, um die KAB auf Bundesebene wieder differenziert und wahrnehmbar zu positionieren. Doch verlief dieser Prozess auf Bundesebene wieder im Sand, nachdem die damalige Bundesvorsitzende Regina-Dolores Stieler-Hinz den Vorsitz abgab. Ein erneuter Versuch beim derzeitigen Bundesvorsitzenden im vergangen Jahr stieß auf keine Resonanz. Für den Vorstand wurde es dadurch nicht leichter, sich für diese ehrenamtliche Tätigkeit zu motivieren.

In Abstimmung mit den ehemaligen Vorstandsmitgliedern sowie den Vertrauensleuten wurde daraufhin zu Beginn dieses Jahres wieder einmal über die Zukunft des Ortsvereins diskutiert. Dabei wurde vorgeschlagen, den Verein aufzulösen, bevor er einfach nur noch dahinsiecht und für alle Verantwortlichen zu einer lästigen Pflicht wird. Auf der Jahreshauptversammlung wurden die Wahlen ausgesetzt und angekündigt, das Thema der Auflösung in einer außerordentlichen Sitzung im Herbst final zu diskutieren und dann eine Entscheidung zu treffen sowie im Vorfeld der Versammlung alle Mitglieder persönlich über die Konsequenzen aufzuklären.

Aber auch die Entscheidung der 140 Mitglieder signalisierte eindeutiges: 133 Mitglieder erklärten den Austritt aus der KAB zum Jahresende, nur sieben Mitglieder(innen) verbleiben in der KAB und werden zukünftig vom Bezirksverband betreut.

So endet die Geschichte eines Traditionsvereins, der 1924 unter oftmals widrigen Umständen und mit großem Einsatz vieler Männer initiiert und gegründet wurde. „Dabei hat es die KAB Ottfingen immer geschafft, mit ihren Inhalten und Aktivitäten die Themen und Interessen der Zeit zu treffen. Leider kann man dies für die Aktivitäten auf Bundesebene nicht behaupten“ so Olaf Arns. „Die Themen der KAB sind nach wie vor wichtig für unsere Gesellschaft, aber dort hat man es unserer Meinung nach verpasst, sich im Themendreieck Kirche-Gewerkschaft-Sozialversicherung klar zu positionieren und für eine entsprechende Wahrnehmung zu sorgen. Und dies können wir in unserem lokalen Umfeld nicht ändern.“

Die Inhalte der letzten Jahre sollen trotzdem für die vielen interessierten Personen, die zum Teil auch aus Nachbarorten zu den Veranstaltungen kamen, fortgeführt werden. Die Zukunfts-Werkstatt-Ottfingen e.V. wird im Rahmen einer geplanten Arbeitsgruppe weiterhin Vorträge, Bildungsausflüge sowie den schon traditionellen Einkehrtag organisieren und anbieten. Letzterer findet somit auch dieses Jahr wieder zum 1. Advent statt.