Öffentliche Versammlung zum Thema "Dorfladen" überzeugt die Teilnehmer

Die Projektgruppe "Dorfladen" der Zukunfts-Werkstatt-Ottfingen e.V. bat alle Interessierte und vor allem die Unterzeichner der Absichtserklärungen am 09.02.2020 zu einer Informationsveranstaltung in die Turnhalle Ottfingen. 243 Teilnehmer folgten der Einladung!

Die wichtigste Botschaft vorab: das benötigte Eigenkapital für das Projekt "Dorfladen" ist durch die verbindlichen Zusagen von über 390 Personen, Vereinen und Institutionen gesichert!

Neben einem kurzen Rückblick zu den bereits getätigten Schritten und aufgezeigten Ergebnissen ging es zum einen darum, den Anwesenden noch einmal die Planungen zum Verkaufskonzept sowie zur wirtschaftlichen Zukunftsfähigkeit darzulegen. Zum anderen diente der Termin aber auch der Vorbereitung zur Gründung der Genossenschaft.

Das Verkaufskonzept

Beim Verkaufskonzept stehen zwei Ziele im Vordergrund. Da geht es um die Attraktivität des geplanten Dorfladens, um den zukünftigen Kunden das Einkaufen schmackhaft zu machen sowie um den wirtschaftlichen Betrieb. Produktangebot, Preis und Ladeneinrichtung spielen beim ersten der genannten Ziele eine wesentliche Rolle. So ist neben dem Standardangebot an Trockenprodukten, Molkereiprodukten, Obst und Gemüse, Brot und Brötchen, Fleisch und Wurst auch ein Ladenbereich für Bio- und Regionale Produkte vorgesehen. Preislich, so ein erster Wettbewerbsvergleich ist man in der Lage mit den anderen, namhaften lokalen Anbietern mitzuhalten. In Bezug auf die Ladeneinrichtung sollen warme Töne bei gleichzeitig heller Beleuchtung zum Einkaufen einladen. Zudem ist eine Sitzecke geplant, in der Getränke und Speisen in Ruhe genossen werden können. Durchgehende Öffnungszeiten von 7:00 bis 18:00 Uhr (Samstag von 7:00 bis 12:00 Uhr) sowie Kartenzahlung runden die Planungen ab.

Die Wirtschaftlichkeit

Der wirtschaftliche Betrieb des zukünftigen Ladens hat bei der Betrachtung zwei wesentliche Aspekte. Zum einen die Personalkosten, zum anderen die eingesetzte Energie, vor allem für Licht und Kühlung. Eine Frische- und Serviceinsel soll das Personal in die Lage versetzen, auch in Zeiten geringerer Kundenfrequenz mit reduzierter Besetzung einen guten Service bieten zu können. Der Dorfladen ist aber so konzipiert, dass auch bei großem Kundenaufkommen und entsprechend mehr Personal keine langen Wartezeiten entstehen. Neueste Kühltechnik sowie die Investition in energieeffiziente Beleuchtungstechnik sollen den Stromverbrauch deutlich reduzieren und somit auch die Fixkosten dauerhaft senken.

Bei der Betrachtung der Wirtschaftlichkeit geht die Projektgruppe erst einmal mit sehr konservativen Zahlen in die Planung. "Wir haben durch den jahrzehntelangen Betrieb des Lebensmittelladens durch Michael Arns eine Absprungbasis, was die wirtschaftliche Betrachtung angeht. Dankenswerterweise haben Michael und Illona Arns uns weitreichende Einblicke in ihre Unterlagen gewährt und unsere Arbeit auch mit vielen Tipps und Ratschlägen hervorragend unterstützt", so die Mitglieder der Projektgruppe unisono. Zum wirtschaftlichen Betrieb wird im Vergleich zur Vergangenheit eine Umsatzsteigerung benötigt. Diese basiert jedoch nicht darauf, dass zwingend mehr Kunden oder ein gesteigerter Umsatz pro Kunde benötigt wird, sondern im Wesentlichen auf der Ausweitung der angebotenen Produkte in den Bereichen Brot und Brötchen sowie Wurst und Fleisch. Auch im Bereich der Aufwendungen (Kosten) plant man mit den schlechtesten Szenarien. In der Planung ist der Dorfladen durchgehend mit mindestens zwei Personen, am Wochenende sogar mit bis zu vier Personen besetzt. Der berechnete Energiebedarf ist ebenfalls mit den Vergangenheitswerten konservativ angesetzt. "Wir haben das große Glück, im Gegensatz zu einem privaten Betreiber, dass wir auf Fördermittel zum Kauf von neuen Kühlgeräten und -theken zurückgreifen können", so Jochen Bruch. "Somit amortisiert sich eine Investition für den Dorfladen vom ersten Tag an." Auch weitere in der Planugen angesetzte Kosten könnten im Falle zu geringer Umsätze reduziert werden. Dazu zählt z.B. der Betrieb eines Fahrzeuges zum Ausliefern der Waren.

Die Genossenschaft

Zur Vorbereitung auf die Gründung der Genossenschaft stellte die Projektgruppe einige Paragraphen aus dem bereits mit dem Genossenschaftsverband abgestimmten Satzungsentwurf vor. Während auf der Gründungsversammlung die gesamte Satzung besprochen werden muss, beschränkte sich die Projektgruppe auf die für die Mitglieder wesentlichen Bestimmungen. (Dem interessierten Personen steht die gesamte Satzung der geplanten "Einkaufs- und Versorgungsgenossenschaft Ottfingen eG" auf dieser Webseite auch als Download zur Verfügung.)

Am Ende der Versammlung konnten sich die Personen auf einer Teilnehmerliste eintragen, die Interesse an der Teilnahme bei der Gründungsversammlung haben. "Der Ablauf einer solchen Gründungsversammlung ist sehr formalistisch und dauert aufgrund der einzuhaltenden Schritte sicher mehrere Stunden. Wir gehen davon aus, dass dies die meisten hier in der Turnhalle nicht wirklich interessiert. Trotzdem wollen wir keinen Ausladen, sondern bitten ausdrücklich darum, dass sich einig für eine Teilnahme anmelden", erklärt Olaf Arns den Hintergrund für die Vorgehensweise der Projektgruppe. Einzig der Vorstand und insbesondere die Person des Vorstandsvorsitzenden ist für die Gründung der Genossenschaft noch ein offener Punkt. Angesprochen auf dieses Thema meldeten sich jedoch Personen, die sich grundsätzlich vorstellen können, bei diesem Projekt eine verantwortungsvolle Position zu bekleiden. Die Mitglieder der Projektgruppe betonten dabei, dass sie das Projekt so lange weitertreiben und den zukünftigen Vorstand sowie die Mitarbeiter im Markt so lange unterstützen, wie diese es wünschen.

Nächste Schritte

Die nächsten geplanten Schritte sehen vor, mit den potentiellen Vorstandskandidaten ein Gespräch zu führen. Bei positivem Ausgang steht der Gründung der Genossenschaft nichts mehr im Weg. Weitere Maßnahmen sind die Verfeinerung der Planzahlen (Liquidität, GuV sowie Bilanzen) sowie die Vorbereitung des Anmeldeprozesses für die Genossenschaft. Auch die formelle Beantragung der LEADER Fördergelder für das Inventar sowie die Absicherung des zu leistenden Eigenanteils wird die Projektgruppe unabhängig von der Gründungsversammlung weiter intensiv beschäftigen.

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